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Historie von GeoInformation Bremen

1835 bis heute

Trigometrisch vermessene Karten des bremischen Landgebietes entstanden bereits 1790-1798 durch Johann Gildemeister und C. A. Heineken. Sie wurden 1798 und 1806 zu umfassenden Karten des bremischen Gebietes zusammengefasst.

Ein Kataster war das noch nicht. 1815 verfasste der "Controleur der directen Steuern", Adam Ernst von Weltzin (1787-1835), ein Memorandum über ein anzufertigendes Kataster, dadurch sollte eine gerechte Erhebung der Grundsteuer ermöglicht werden. 1823 kam es zu einer Erneuerung des Vorschlags (Wasserbaudirektor Nicolaus Blohm). Nun wurde vom Senat eine Kommission eingesetzt. 1824 begannen die Vermessungsarbeiten im Werder- und Blockland (Klüver, Thätjenhorst, Blohm jun. und G. Sattler). 1835 entstand dann ein "Cataster-Bureau". Erster Amtsleiter wurde der Jurist Dr. Daniel Schultz.

1825-1849 wurde das bremische Staatsgebiet vermessen, doch beschränkte sich das Kataster zunächst auf das Landgebiet, auf Vegesack, die 1848 zur Stadt hinzugezogenen Gebietsteile und die alte Vorstadt.

Über die Katastererfassung der Alt- und Neustadt wurde lange diskutiert. Nach einem Gesetz vom 22. 2. 1888 wurde dann die Vermessung durchgeführt und 1900 abgeschlossen. Spätere Veränderungen wurden durch neue Vermessungen und Pläne berücksichtigt.

Seit 1939 hieß das "Cataster-Bureau" "Katasterverwaltung der Freien Hansestadt Bremen", 1941 erfolgte die Umbenennung in "Vermessungsamt der Hansestadt Bremen".

Seit Mai 1945 lautete der Name "Kataster- und Vermessungsverwaltung Bremen". Das Gesetz von 1969 stellte die Behörde auf eine neue Grundlage. Die Daten sind heute in einer Grundstücksdatenbank erfasst.

Nachdem das frühere Amt "Kataster- und Vermessungsverwaltung Bremen" 1995 in den Wirtschaftsbetrieb "Kataster und Vermessung Bremen" [§ 26, Abs. 1 LHO) umgewandelt worden war, entstand daraus 2002 der Landeseigenbetrieb "GeoInformation Bremen" (§ 26, Abs. 2 LHO).
Mit Wirkung vom 1.1.2011 ist der Eigenbetrieb in ein Landesamt zurückgeführt worden.

Das Cataster-Bureau befand sich zunächst (1835-1862) im Stadthaus, dann 1862-1895 im Lindenhof, 1895 zog es in das Gerichtsgebäude, 1925 ins Gebäude des ehemaligen Gewerbemuseums an der Kaiserstraße (Nr. 20/22, heute Bürgermeister-Smidt-Straße).

1938 erfolgte der Umzug in das frühere Gebäude der Niedersächsischen Landesbank, Contrescarpe Nr. 113/114, das bis zur General-Ludendorff-Straße Nr. 82 (heute Bürgermeister-Smidt-Straße) reichte. Auch in benachbarten Häusern waren Teile des Amtes untergebracht.

Nach Zerstörungen 1944 wurden Ausweichquartiere bezogen. Im Mai 1946 wurden neue Diensträume an der Weserbahn (Arbeitsamt)eingerichtet, in anderen Häusern gab es Nebenstellen.

Ein neues Dienstgebäude wurde 1954/55 zwischen Großer und Kleiner Weserbrücke nach den Plänen des Braunschweiger Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer gebaut. Da der Platz nicht lange reichte, mussten einzelne Abteilungen in der Martinistraße, am Wall und am Altenwall untergebracht werden.

Anfang 2005 zog "GeoInformation Bremen" in die Lloydstraße 4 im Ortsteil Überseestadt um und konzentrierte damit die zuvor im Stadtgebiet auf fünf verschiedene Standorte verteilte Behörde an einem Dienstsitz. Im Zuge dieser räumlichen Konzentration wurde auch der Dienstsitz an der Wilhelm-Kaisen-Brücke aufgegeben, der bis dahin 50 Jahre lang die Hauptdienst- und zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger darstellte.

Quellen:

150 Jahre Kataster- und Vermessung im Lande Bremen
1835-1985, Festschrift Bremen 1985.

Bettina Schleier:
die Katasteraufnahme des brem. Landgebietes 1823-1850,
in: Beiträge zur brem. Gesch., Festschrift für H. Müller,
Veröff. a. d. StAB, Bd. 62, S. 80-97.